Templerorden

Tempelherren, Tempelritter, Pauperes Commilitones Christi Templique Salomonis, Arme Ritter Christi.
Tracht: weißer Mantel mit einem auf der linken Schulter aufgenähten Kreuz

Der Orden wurde 1118 von dem burgundischen Ritter Hugo de Payens mit dem Ziel ins Leben gerufen, Pilger auf dem Wege von und nach Jerusalem vor dem Zugriff des überhand nehmenden Räuberunwesens zu schützen. Er hatte ursprünglich eine rein militärische Ausrichtung.
Der Name leitet sich von einer Stelle im königlichen Palast zu Jerusalem ab, die König Balduin dem neu gegründeten Orden als Sitz zuwies. Hier sollte dereinst der Tempel Salomos gestanden haben.

Die Angehörigen des Ordens zerfielen in mehrere Gruppen: Ritter (fratres milites) als kämpfender Kern der Korporation; Kaplane (fratres cappellani) als geistliche Führer; Servienten (fratres servientes) als dienende Brüder; Mitbrüder und Mitschwestern (confratres et consorores) waren Laien die den Orden durch Arbeit oder finanzielle Mittel regelmäßig unterstützten. Schließlich gab es noch die Ritter mit begrenzter Dienstzeit (fratres ad terminum) zur Unerstützung der kämpfenden Truppe. Diese waren jedoch keine Vollmitglieder des Ordens.

An der Spitze des Ordens stand ein Großmeister (magnus magister). Er besaß nahezu unumschränkte Befehlsgewalt. Ihm beigeordnet war als Ordensregierung der Konvent aus Großwürdenträgern. Er bestand aus dem Seneschall als Stellvertreter und wichtigstem Gehilfen des Großmeisters, dem Marschall als militärischem Führer, dem Komtur - zuständig für die Finanzverwaltung, dem Trappier, der das Bekleidungswesen führte, schließlich dem Spittler, welcher für die Krankenpflege zuständig war.

Das Ordensgebiet war unterteilt in Provinzen mit einem Komtur an der Spitze. Die unterste Verwaltungseinheit war die Kommende, geleitet von einem Vogt oder Pfleger.
Die erste Ordensregel wurde 1128 auf dem Konzil von Troyes beschlossen und bis ins 13. Jahrhundert ergänzt und weiter entwickelt. Da es im Orden üblich war, alle Bräuche geheim zu halten, kannten nur die höchsten Gebietiger den vollständigen Text, von dem es nur wenige Kopien gab. Der gewöhnliche Ritter verfügte nur über einzelne, ihn betreffende Informationen. Die Geheimhaltungsvorschriften, gepaart mit den strengen Aufnahmeregeln sollten einen unbedingten Gehorsam gewährleisten und ein militantes Elitebewusstsein ausbilden.

Der Orden nahm schon kurz nach seiner Gründung einen großen Aufschwung und entwickelte sich neben dem Johanniterorden zur Hauptstütze des Königreichs Jerusalem, welches durch die unglaubliche Tapferkeit seiner Angehörigen mehr als einmal vor dem Untergange gerettet wurde.
Vor allem durch großzügige Schenkungen und Spenden zu sagenhaften Schätzen gelangt, war der Templerorden die wohl reichste Institution ihrer Zeit. Die Ursprünge des modernen europäischen Bankwesens werden auf ihn zurückgeführt.

Ab Mitte des 13. Jahrhunderts Schritt für Schritt aus dem heiligen Land verdrängt, nahm der Orden 1303 seinen Hauptsitz auf Zypern. Schon Jahre zu vor hatte sich jedoch das Haupttätigkeitsfeld des Ordens auf Verwaltung und Anlage seines gigantischen Reichtums aus Ländereien, Immobilien und Geld verlagert.
Zusammen mit seinem Vermögen stieg die Zahl seiner Neider. Im eiskalt berechnenden französischen König Philipp IV. sollte ihm schließlich sein Verderber erwachsen.

Philipp der Schöne und der Templerorden

In Frankreich hatte der Gedanke eines Nationalstaates einen Vertreter von rücksichtsloser Energie gefunden in Philipp dem Schönen. Im Gefolge dessen Konfliktes mit Bonifatius VIII. war es ihm gelungen, das Papsttum selbst sozusagen in seine Gewalt zu bringen, und er bediente sich des Papstes Clemens V., der durch ihn erhoben worden war und in Frankreich seinen dauernden Aufenthalt nahm, zu einem großen Schlag gegen die mächtige und reiche Korporation des Tempelordens, eines Ordens, der bisher eine der Hauptstützen und Zierden des kirchlichen Systems gewesen war und welcher die Glanzzeit kirchlicher Herrschaft an sich darstellte.

Es ist kein Zweifel, dass der Aufenthalt im Morgenland und der Verkehr mit den Sarazenen die politische und sonstige Unsittlichkeit, welche noch im Zeitalter der Kreuzzüge in jenen christlichen Kolonien überhand nahm, der ungeheure Reichtum des Ordens neben der relativen Untätigkeit, zu welcher ihn die Aussichtslosigkeit der Dinge im heiligen Lande verurteilte, eine sehr ungünstige Wirkung auf den Geist und die Sitten dieser ritterlichen Körperschaft ausgeübt hatten.
Gleichzeitig steigerte die bevorzugte äußere Stellung des Ordens noch den Hochmut und die Zuchtlosigkeit dieser hohen Herren. Arge Gerüchte von geheimer Verleugnung und Verhöhnung des Heiligen, von gräulicher Ketzerei und scheußlichen Diensten mit Götzenopfern, von unnatürlichen Lastern schlichen umher.

Gerüchte, die nun der König, dem seine bisherigen Finanzmittel, die Plünderung der Juden und Münzoperationen sich versagten, zu einer Verfolgung benützte, welche die Religion als Maske nahm, aber lediglich von politischen und finanziellen Beweggründen, von Motiven der Herrschsucht und Habgier eingegeben war.

Der König konnte sich bei seinem Vorgehen auf einen Bundesgenossen verlassen, der einen bei Anklagen und Verfolgungen aller Art fast niemals im Stich lässt: Der Fanatismus, einmal aufgestachelt, ist bereit, je grotesker die Anklage ist, um so williger sie zu glauben und findet ein grausiges Behagen daran Schuldige zu finden, auch wenn nur ein entfernter Verdacht, nur die Möglichkeit, nicht einmal die Wahrscheinlichkeit einer Schuld sich zeigt. Verdächtig, ja nur verdächtigt sein, heißt hier in der Regel schuldig sein.

In diesem Geiste wurde zumindest die Angelegenheit hier betrieben so dass es beinahe müßig ist, in dem Chaos wilder Beschuldigungen zu forschen, welche tatsächlichen Vorgänge der einen oder anderen dieser Anschuldigungen etwa einmal wirklich entsprochen haben können. Wo so viel Aberglaube, Fanatismus, Sinnlichkeit in den Menschen war, sind allerdings auch Verirrungen einzelner ins Widerlich-Fratzenhafte eines gotteslästerlichen Aftergottesdienstes sehr leicht denkbar. Sicheren Anhalt aber hat man nirgends: Man sieht überall nur Despotenzwang und Despotenfurcht, Ungerechtigkeit, Habsucht, Grausamkeit.

Geheime Schreiben an die königlichen Beamten ordneten am 14.09.1307 die Verhaftung sämtlicher Ritter an. Die Inquisition bekam zu tun, und die Folter wurde mit der ganzen barbarischen Virtuosität dieser Zeit angewendet, so dass Geständnisse aller möglichen und unmöglichen Verbrechen nicht fehlten. Der Papst, im Schlepptau der königlichen Tyrannei, befahl im Jahre 1308 eine allgemeine Untersuchung gegen die Templer in allen Ländern (Bulle "Faciens misericordiam"). Der Großmeister Jakob von Molay war von Zypern weg herbei gelockt worden und die Untersuchung nahm vor päpstlichen Kommissionen ihren Gang.

Für den Prozess war es verhängnisvoll, dass die Sache der Tempelherren sich mit einem anderen Handel verwickelte. Papst Clemens, den der König mit seinem Versprechen einer Untersuchung gegen seinen Vorgänger Bonifatius VIII. bedrängte, gab die Templer preis, um vom König der peinlichen Verpflichtung enthoben zu sein, einen Papst wegen Ketzerei und aller möglichen anderen Sünden zu richten. Auf einem Konzil zu Vienne 1312 erfolgte der Spruch, welcher den Orden aufhob und über die Personen der Ritter verfügte. Eine Anzahl war schon früher durch ein williges Provinzialkonzil zu Sens als rückfällige Ketzer zum Feuertode verurteilt worden und zwar, weil sie durch Folter erpresste Geständnisse widerriefen. Ihrer vierundfünfzig waren dann auch 1310 vor den Toren von Paris verbrannt worden.

Jetzt wurde dies Blutgericht vervollständigt: Auch der Großmeister, der die Sache seines Ordens mannhaft geführt hatte, ward 1314 zu Paris verbrannt; die Güter wurden eingezogen, zum Teil an die Johanniter und andere Orden vergeben; den größten Teil behielt der König. Auf der gleichen Versammlung ward dann Papst Bonifatius, dem von seinen Feinden auch schon ein Sündenregister zurecht gelegt worden war, das nicht viel weniger schwarz war, als das der Tempelritter - unter anderem sollte er auch die Unsterblichkeit der Seele geleugnet haben - von jedem Verdacht der Ketzerei freigesprochen. Dem schandbaren Prozess gegen den Orden, bei dem die Kirche sich herbeiließ gegen ihr eigenes Fleisch zu wüten, setzte es die Krone auf, dass der König mit seinem Hof für den zu Vienne angeordneten Kreuzzug, der binnen sechs Jahren angetreten werden solle, das Kreuz nahm.

Für ausführlichere glaubwürdige Informationen verweise ich auf die Ausführungen von Markus Reis.
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