Calatravaorden

Militärischer Ritterorden von Calatrava
Ordenszeichen: ein aus vier heraldischen Lilien gebildetes grünes Calatravakreuz

Als im Jahre 1158 der Templerorden die ihm anvertraute Grenzfestung "Kalaat Rawaah" am Guadianafluss, von den Spaniern Calatrava genannt, in Erwartung eines muslimischen Großangriffs kampflos räumte, beschloss der Zisterzienserabt vom Fiterokloster, Raymond Serrat, die Verteidigung in eigene Hände zu nehmen. Seinen Mönchen und den scharenweise zugeströmten Rittern, Bauern und Bürgern verlieh er Tracht und Regel der Zisterzienser in einer dem Kriegswesen angepaßter Modifikation. Von Sancho III. von Kastilien (1157-1158) bestätigt, schenkte der König den Rittern die den Mauren abgerungene Stadt und Burg Calatrava. So entstand der zweite und wohl bedeutendste westliche Ritterorden an der Südgrenze Kastiliens.

Auch dieser Orden war mehr dem König als dem Papst verpflichtet und 1188 verfügte Alfons VIII., dass stets fünf Calavatraritter mit zehn Pferden an seinem Hof stationiert werden sollten. Von dem Land, das der Orden eroberte, durfte er den fünften Teil behalten; aber auch sonst wurde sein Kampf reich mit Grundbesitz von den kastilischen Königen belohnt.

Als sie 1197 diese Burg wieder an die Mauren verloren, zogen sich die stark dezimierten Ritter nach dem Schlosse Salvatierra zurück und nannten sich in dieser Zeit "Ritter von Salvatierra". Die Ritter versahen teils Waffen-, teils geistlichen Dienst und lebten nach der Regel des Zisterzienserordens. Sie mussten eine Ahnenprobe ablegen und nachweisen, dass sich unter ihren Vorfahren weder Mauren noch Juden befanden.

Nach der Trennung zwischen geistlichen und weltlichen Rittern erhielt der nun entstandene weltliche Ritterorden neue Gesetze, die 1187 von Papst Gregor VIII. bestätigt wurden. Papst Innozenz VIII. (1484-1492) verband die Großmeisterwürde mit der Krone Spaniens. Seit Anfang des 19. Jh. wurde der Orden von den spanischen Königen bis zur Revolution 1931 als Verdienstorden verliehen.