Der sechste Kreuzzug 1248 - 1250

Dieser Zug, unternommen nach einer weiteren Festigung des französischen Königtums gegen innen und außen (Ausgleich mit Aragón und England), muss als Versuch gesehen werden, neben dem Heiligen Römischen Reich eine selbständige Orientpolitik zu betreiben. Vorteilhaft war für Ludwig IX. hierbei der seit 1245 verstärkt tobende Machtkampf zwischen Kaiser und Papst.

Im Juni 1248 brach das Heer auf und erreichte im September auf genuesischen Schiffen Zypern. Nach längerem Bedenken entschied man sich für einen Angriff auf Ägypten im folgenden Frühjahr. Am 5. Juni 1249 ging die Armee im Nildelta an Land. Die muslimischen Streitkräfte räumten nach schwachem Widerstand das Feld und überließen den Franzosen das wichtige Damiette. Von nachfolgenden Pilgerscharen verstärkt begann Ludwig im Herbst den Vormarsch auf Kairo.

Trotz der verworrenen innenpolitischen Lage Ägyptens nach dem Tode Sultan As Salihs und der Machtübernahme durch die Mameluken, war Ludwigs Unternehmung kein Erfolg beschieden. Im Gegenteil, die ägyptischen Truppen unter dem neuen Herrscher Baibars schlugen die Franzosen zurück und im Mai 1250 geriet das Kreuzheer zwischen den Kanälen Unterägyptens in eine solch ausweglose Lage, dass ihm nur die Kapitulation übrig blieb.

Dennoch kam mit den Mameluken, die sich in einer noch keineswegs gefestigten Situation befanden ein Abkommen zustande: Waffenstillstand und hohes Lösegeld. Damiette wurde aufgegeben und der größte Teil der überlebenden Kreuzfahrer kehrte heim, während Ludwig mit einer kleinen Schar Getreuer nach Akkon segelte.