Wohlfahrt

Basierend auf seinen Regeln und seiner Struktur, gepaart mit seinen gewaltigen Erfolgen bei der Kolonisation und dem wirtschaftlichen Aufbau des Baltikums, war der Orden in der Lage, ein für das gesamte Mittelalter beispielloses System der sozialen Fürsorge zu schaffen.

1. Krankenpflege

Durch sein Hervorgehen aus einer Hospitalgemeinschaft steht im Regelwerk des Ordens der Dienst am Kranken an erster Stelle, noch vor dem Glaubenskampf. Der hauptamtlich dafür Zuständige war der Oberste Spittler mit Sitz in Elbing (seit 1312, bis 1291 in Akkon), wo sich auch das Hauptspital des Ordens befand. Als einziger Großgebietiger war er über seine jährlichen Ausgaben dem Großkapitel nur bedingt Rechenschaft schuldig, um die Fürsorge nicht durch bürokratische Hemmnisse zusätzlich zu erschweren. Im Laufe des 14. Jh. entstand so im Ordensgebiet ein System von über achzig sogenannten Firmarien, also Krankenhäusern, Lazaretten und Altersheimen, in denen jeder kranke und altersschwache Bürger kostenlose Aufnahme fand - ein für Europa einmaliger Fall einer staatlichen Krankenversicherung. An der Spitze einer jeden dieser Einrichtungen stand ein Spittler bzw. Firmarienmeister. Entgegen den sonstigen strengen Gepflogenheiten war er dem obersten Spittler zu Elbing nicht monatlich, sondern nur jährlich rechenschaftspflichtig. Vielfach unterstützt wurden diese sozialen Bemühungen vor allem im Gebiete des Deutschmeisters durch aufopfernde Hingabebereitschaft einzelner wohlhabender Mitbürger, die teilweise unter Aufgabe ihres gesamten Vermögens den Orden bei der Einrichtung von Spitälern unterstützten.

Ergänzend dazu traf die Ordensleitung scharfe Maßnahmen gegen Verschwendung, Trunksucht und das grassierende Unwesen des Bettelns und Landstreichens.

2. Bildung

Obwohl in erster Linie Vertreter des Schwertes und das Äskulapstabes fand die Ordensleitung auch Zeit, einiges für die Bildung der Untertanen zu leisten. So entstanden im Ordensstaat zahlreiche Dom- und Volksschulen. Tausende von Preußen wurden an auswärtige Hochschulen entsandt, an denen wiederum zahlreiche Gelehrte aus dem Ordensland als Professoren wirkten. Die Einrichtung einer eigenen Universität in Kulm scheiterte jedoch.

3. Abgabenpolitik - Subventionen

Auf Grund des wirtschaftlichen Erfolges war es bis zum Jahre 1411 war es dem Orden möglich von den Bürgern keinerlei allgemeine und direkte Steuern zu erheben. Stattdessen gab es ein System ertragsabhängiger Abgaben und staatlicher Beihilfen.