Baukunst - Überblick

Die im 13. und 14. Jh. errichteten Ordensburgen (im Sprachgebrauch des Ordens stets "Häuser" genannt) treten in erheblichem Maße aus dem Rahmen der in dieser Zeit im deutschen Kulturraum ebenfalls entstandenen Ritterburgen heraus.
Denn sie sind nicht, wie sonst gewöhnlich, die festen Einzelwohnsitze eines ritterlichen Inhabers mit seiner Familie und den zum Haushalt und zur Besatzung gehörigen Unterge-benen, sondern befestigte Ritterkasernen, deren Innenräume zugleich infolge des geistlichen Charakters der Ordensleute nach Einteilung und Zweck mit denen eines Klosters Ähnlichkeit haben.
Demzufolge fehlen in ihnen meistens die die "klassischen" Elemente einer mittelalterlichen Burg wie Bergfried, Palas und Kemenate.

Typische Ritterburg Typische Ordensburg
vergroesserte Ansicht vergroesserte Ansicht
Burg Kriebstein bei Chemnitz Ordenshaus Mewe an der unteren Weichsel

So gehörten zu diesen Räumen notwendig die Wohnung des den Oberbefehl im Schloss führenden Komturs, die Schlafsäle der Ritter (Dormitorium), die Kapelle, der Remter (Refektorium) und der Kapitelsaal, die letzteren drei in der Regel besonders stattlich und mit kunstreichen Gewölben überdeckt.
Zugleich verfügte eine Ordensburg über alle Einrichtungen, die den Zwecken der Landesverteidigung und der Verwaltung des zur Komturei gehörigen Gebietes diente.

Die Ordensarchitektur selbst wie die von ihm geförderte und meist im Schutze einer Burg begonnene Siedlungstätigkeit folgte wie im übrigen hanseatischen Raum den wesentlichen Grundzügen der norddeutschen Backsteingotik:

Als Beispiel seien hier lediglich das Hohe Tor in Allenstein und das Portal der Dorfkirche in Balga angeführt.

Allenstein, Hohes Tor Balga, Portal der Pfarrkirche