Marienburg

Marienbildnis ueber dem Haupttore
Marienrelief über dem Haupttor
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Text hauptsächlich entnommen aus "Burgenkunde" v. O. Piper

Das weitaus großartigste der Ordensschlösser war bekanntlich die M a r i e n b u r g, von welcher hier nur eine Übersicht ihrer Gesamtanlage gegeben wird. Eine wesentlich detailliertere Beschreibung findet man bei Herrn Reinhard Nelke unter http://www.preussenweb.de/marien.htm.

Die aktuellen Fotos der Marienburg wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Norman Nowak.

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Modell der Marienburg - Blick von Nordwesten

Die Burg bildet die bis an die Nogat reichende nördliche Spitze der zugleich eine weite Vorburg bildenden gleichnamigen Stadt und besteht im wesentlichen aus drei, auch zeitlich in derselben Reihenfolge entstandenen bzw. ausgebauten Teilen: dem Hochschloss , dem Mittelschloss und der Vorburg. Längs dieser drei Teile zog sich noch zwischen ihnen und der Nogat eine zweite zwingerartige schmale Vorburg hin.

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Marienburg - Blick aus dem Sommerremter zum Brücktor

Von der gegen die Burg offenen Stadt aus führte das Schuhtor neben dem am Graben stehenden Sperlingsturm in einen kleinen mit Gebäuden besetzten Vorhof und dann durch ein weiteres Tor auf den Platz, auf welchen auch durch das Brücktor die damals an dieser Stelle über die Nogat geschlagene Brücke mündete. Vorüber an dem nördlichen Abschnitt des Zwingers, der hauptsächlich die Stallung für 400 Pferde enthielt, führte der Weg dann weiter durch turmbewehrte Tore und die Brücken über den Mühlen- und über den Hausgraben in die weite Vorburg bzw. weiter in das Mittelschloss.

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Marienburg - Blick von Nordosten über des Meisters Karpfenteich und die Vorburg zu Mittel- und Hochschloss (Karwan und Pulverturm im Mittelgrund)

Die an sich dem Angriff von der Landseite unmittelbar ausgesetzte Vorburg schützte hierhin zunächst eine mit Türmen besetzte Ringmauer, dann der herumgeführte Burggraben, drittens ein schmales, nach außen mit halbrunden Basteien versehenes Bollwerk und endlich ein wiederum mit Mauern eingefasstes Wasser, "des Meisters Karpfenteich" genannt.

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Marienburg - Blick in den Parcham zwischen Hochschloss und Nogat

Die aus Hoch- und Mittelschloss zusammengesetzte Hauptburg, zunächst durch die vorliegende Stadt bzw. die sich herumziehende Vorburg gedeckt, bedurfte der beiden zuletzt genannten Anlagen (Bollwerk und Teich) nicht, sie war nur von einem, um das Hochschloss verdoppelten Zwinger - hier "Parcham" genannt - und dem (jetzt trockenen) Hausgraben umgeben, der nach Südwesten noch durch eine Längsmauer (in deren Mitte der Dietrichsturm) geteilt war. Hier befand sich dem Dansker gegenüber die Stauschleuse, welche den Abfluss des Wassers durch den Mühlengraben regulierte.

Das drei Stockwerke hohe Hochschloss von 50 zu 60 m Seitenlänge, einen mit zweistöckigen Kreuzgängen umgebenen Hof umschließend, 1274 im Bau begonnen, war hauptsächlich die Wohnung der zahlreichen Ritterschaft und enthielt außerdem besonders die große auf der östlichen Ecke ausspringende Kapelle mit hohem Turm, einer der schönsten Schöpfungen der norddeutschen Backsteingotik und den Kapitelsaal.


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Marienburg - Gewölbe im Kreuzgang des Hochschlosses

Marienburg - Hoher Turm im Hochschloss

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Marienburg - Gewölbe in Hochmeisterpalast

Das Mittelschloss (die ursprüngliche Vorburg), durch einen breiten Trockengraben vom Hochschloss getrennt, wurde nach Verlegung des Ordenssitzes nach Preußen besonders unter Winrich von Kniprode (1351-82) als Residenz des Hochmeisters ausgebaut. Es enthält unter anderem den berühmten Konventsremter und daneben die westlich weit vorspringende "Hochmeisterwohnung" mit Meisters großem und kleinen Remter usw. Besonders die außergewöhnlich schönen Gewölbe der hier angeführten Säle machen die Marienburg zu dem edelsten Profanbau des Mittelalters.

Marienburg - Blick von der Brücke des Trockengrabens zwischen Hoch- und Mittelschloss nach Südosten

Das Ensemble bietet ein Beispiel für die über Jahrhunderte gewahrte Einheitlichkeit der mittelalterlichen Architektur, bei der jede neue Phase unter Einbeziehung der älteren Substanz eine harmonische Einheit zu schaffen bestrebt war.

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Marienburg - Fassade am Sommerremter

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Marienburg - Sommerremter
Blick vom Brücktor

Die Vorburg war längs ihrer Ringmauern, sowie reihenweise im Innern mit zahlreichen unbedeutenderen Gebäuden besetzt, die Magazine, Werkstätten und zugehörige Wohnungen enthielten, welche dieser Hauptsitz des Ordens benötigte.

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Marienburg - Blick in die Vorburg